Giropay Wetten - Einzahlung, Alternativen und was nach der Abschaltung gilt
Giropay ist tot. Am 31. Dezember 2024 wurde der Dienst endgültig abgeschaltet, die Paydirekt GmbH als Betreiber befindet sich in Abwicklung. Trotzdem wirbt ein Großteil der deutschsprachigen Sportwetten-Seiten noch immer mit Giropay als aktiver Einzahlungsmethode - als wäre nichts passiert. Ich beobachte den Zahlungsmarkt im Online-Wettgeschäft seit über zwölf Jahren, und was mich an dieser Situation am meisten stört: Es geht nicht um veraltete Informationen am Rand. Es geht um die zentrale Aussage ganzer Ratgeber, die schlicht falsch ist.
Wer heute in Österreich eine Sportwette platzieren will und dabei auf Online-Banking setzt, muss die Lage neu bewerten. Giropay hatte im deutschen E-Commerce zuletzt nur noch 0,4 Prozent Umsatzanteil - ein Zahlungssystem, das trotz 78 Prozent Markenbekanntheit nie die Durchschlagskraft entwickelt hat, die sich die deutschen Banken erhofft hatten. Für österreichische Wetter war Giropay ohnehin nie die naheliegendste Option, denn mit EPS existierte ein eigenes System, das tiefer im heimischen Banking verankert ist. Gleichzeitig steht mit Wero ein europäischer Nachfolger in den Startlöchern, der zwar schon über 50 Millionen registrierte Nutzer zählt, aber bei keinem einzigen Wettanbieter als Einzahlungsmethode zur Verfügung steht.
Dieser Artikel liefert, was ich bei keinem der zehn bestplatzierten Konkurrenzartikel gefunden habe: eine ehrliche Bestandsaufnahme nach der Abschaltung. Was funktionierte Giropay bei Sportwetten - und warum ist es gescheitert? Was bringt Wero als Nachfolger, und wann wird es bei Wettanbietern ankommen? Welche Einzahlungsmethoden stehen österreichischen Wettern jetzt tatsächlich zur Verfügung? Und wie sicher ist eine Online-Banking-Einzahlung beim Buchmacher? Die Antworten basieren auf Marktdaten, nicht auf Wunschdenken.
Was du nach der Giropay-Abschaltung wissen musst
- Giropay wurde am 31. Dezember 2024 endgültig eingestellt - kein Wettanbieter bietet den Dienst noch an, auch wenn viele Ratgeber das Gegenteil behaupten.
- EPS bleibt für österreichische Wetter die stärkste Online-Banking-Einzahlungsmethode mit über 80 Prozent E-Commerce-Abdeckung im Land.
- Trustly ist der einzige Banking-basierte Zahlungsweg, der sowohl Einzahlungen als auch Auszahlungen bei Wettanbietern ermöglicht.
- Wero hat 50 Millionen Nutzer in Europa, ist aber bei keinem Wettanbieter verfügbar - realistisch frühestens ab 2027.
- Die Sicherheit bei Online-Banking-Einzahlungen entspricht dem Standard deines regulären Bankings: TLS-Verschlüsselung und PIN/TAN-Authentifizierung.
Ladevorgang...
So funktionierte Giropay bei Sportwetten
Im Frühjahr 2020 erlebte ich einen Moment, der die Stärke von Giropay perfekt illustrierte: Ein Bekannter wollte noch vor Anpfiff einer Champions-League-Partie eine Wette platzieren, hatte aber kein PayPal und keine Kreditkarte zur Hand. Giropay brauchte er nicht einmal zu kennen - er klickte auf "Online-Banking" im Einzahlungsbereich des Wettanbieters, loggte sich bei seiner Sparkasse ein, bestätigte mit TAN, und das Guthaben war in unter einer Minute auf dem Wettkonto. Keine Registrierung, kein Drittanbieter-Konto, kein Warten. Genau so lief es ab, und genau das machte Giropay für spontane Einzahlungen so brauchbar.
Giropay war ein Direktbuchungssystem der deutschen Kreditwirtschaft, das 2006 von Postbank, Sparkassen und Volksbanken gegründet wurde. Es ermöglichte Online-Zahlungen direkt über das vertraute Online-Banking-Interface der eigenen Hausbank - ohne separates Konto, ohne Wallet, ohne App. Die Zahlungsgarantie lag beim System selbst: Der Händler erhielt eine sofortige Bestätigung, dass die Zahlung autorisiert war.
Der technische Ablauf war simpel, aber clever durchdacht. Beim Einzahlen im Wettkonto wählte der Spieler Giropay als Zahlungsmethode und gab den gewünschten Betrag ein. Das System leitete ihn auf die Login-Seite seiner Bank weiter - keine fremde Oberfläche, sondern die vertraute Umgebung des eigenen Online-Bankings. Dort waren Empfänger und Betrag bereits vorausgefüllt. Eine TAN-Bestätigung schloss den Vorgang ab, und die Gutschrift erfolgte in Echtzeit. Der Wettanbieter musste nie die Bankdaten des Spielers sehen.
Die Gründungsgeschichte erklärt, warum das System so gebaut war. Die Giropay GmbH formulierte es rückblickend so: "Die Verarbeitungszeiten der klassischen Überweisungen konnten den durch das Internet drastisch veränderten Anforderungen an den Zahlungsverkehr nicht mehr standhalten." 2006 war Echtzeit-Zahlung im deutschen Banking ein Fremdwort. Giropay sollte die Lücke zwischen der langsamen Banküberweisung und dem schnellen Online-Shopping schließen - ein Anspruch, der im E-Commerce Potenzial hatte, im Sportwetten-Bereich aber besonders relevant war. Niemand wartet drei Tage auf eine Gutschrift, wenn das Champions-League-Spiel in zwei Stunden beginnt.
Was Giropay für Wettanbieter besonders attraktiv machte, war die sogenannte Zahlungsgarantie. Sobald der Kunde die TAN bestätigte, erhielt der Buchmacher eine verbindliche Zusage, dass das Geld fließt. Das Risiko eines Zahlungsausfalls lag damit beim System, nicht beim Anbieter. Für den Sportwetten-Markt, in dem Einzahlungsbetrug ein reales Problem darstellt, war das ein handfester Vorteil gegenüber Methoden ohne solche Garantie.
Giropay erreichte rund 17 Millionen deutsche Online-Banking-Kunden und deckte etwa 60 Prozent aller Geschäftsbankkonten in Deutschland ab. Im April 2020 überschritt das System erstmals die Grenze von einer Million Transaktionen pro Monat, bei einem Wachstum von 71 Prozent. Damals sprach die Giropay GmbH in einer Pressemitteilung davon, dass die Pandemie den Online-Handel beflügelt habe und "dass Giropay ohne zusätzliche Registrierung funktioniert, auf großen Zuspruch seitens der Kunden stößt".
Mindesteinzahlung
10 Euro (je nach Wettanbieter)
Maximalbetrag
1.000 bis 10.000 Euro
Gebühren für Spieler
Keine
Gebühren für Wettanbieter
0,89 % vom Umsatz oder mindestens 0,33 Euro pro Transaktion
Gutschrift
Echtzeit
Auszahlung möglich
Nein - Giropay funktionierte nur in eine Richtung
Die Kehrseite zeigte sich bei den Auszahlungen. Giropay war ein reines Einzahlungssystem. Wer Gewinne abheben wollte, brauchte eine Banküberweisung, ein E-Wallet oder eine andere Methode. Diese Einschränkung klingt nach einem Detail, war aber in der Praxis ein echter Nachteil - wer setzt sich schon gern mit zwei verschiedenen Zahlungswegen auseinander, nur weil der erste in eine Richtung blind ist? Für detailliertere Informationen zum Ablauf, den Limits und den Gebühren lohnt sich ein Blick auf die Giropay Einzahlung bei Sportwetten im Einzelvergleich.
Warum Giropay Ende 2024 abgeschaltet wurde
Achtung: Giropay wurde zum 31. Dezember 2024 endgültig eingestellt. Die Paydirekt GmbH als Betreiber wird im Laufe des Jahres 2025 abgewickelt. Einzahlungen per Giropay sind bei keinem Wettanbieter mehr möglich.
Ein Zahlungssystem stirbt selten über Nacht. Bei Giropay dauerte der Niedergang Jahre, und ich habe jede Phase davon miterlebt. Die entscheidende Zahl, die alles zusammenfasst: 0,4 Prozent. So hoch war Giropays Anteil am deutschen E-Commerce-Umsatz 2023 - und das bei einem Gesamtmarkt von gut 85 Milliarden Euro Nettoumsatz. Ein Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 1,6 Prozent, was Giropay kurzzeitig als "Aufsteiger" gefeiert wurde. Doch der Rückfall war brutal.
Die Zahlen erzählen die Geschichte deutlicher als jede Analyse. 2023 wickelte Giropay knapp 25 Millionen Transaktionen ab, bei einem Gesamtvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro. Für ein System, das die gesamte deutsche Kreditwirtschaft hinter sich hatte, war das ernüchternd. Die Nachrichtenagentur dpa brachte es auf den Punkt: Giropay habe "nie die hohen Erwartungen als PayPal-Konkurrent erfüllt". Rund 4 Millionen Nutzer erhielten schließlich Kündigungsschreiben, bevor am 31. Dezember 2024 endgültig der Stecker gezogen wurde.
Giropays Markenbekanntheit lag bei 78 Prozent der Deutschen - hinter PayPal mit 95 Prozent, Klarna mit 85 Prozent und sogar hinter PAYBACK PAY mit 83 Prozent. Die Marke kannte also fast jeder, genutzt hat sie fast niemand.
Was waren die Gründe? Drei Faktoren haben Giropay den Boden entzogen. Erstens die gescheiterte Fusion: 2021 wurden Paydirekt, Giropay und Kwitt unter einem Dach zusammengelegt. Drei Marken, die sich gegenseitig kannibalisierten, statt gemeinsam stärker zu werden. Die Idee klang auf dem Papier logisch - ein einheitliches System der deutschen Banken gegen PayPal -, aber in der Praxis scheiterte sie an inkonsistenter Nutzerführung, fehlender Händlerakzeptanz und dem Grundproblem, dass kein einziges dieser drei Produkte allein genug Marktanteile mitbrachte, um die Fusion zum Erfolg zu tragen.
Zweitens die Übermacht von PayPal, das allein in Deutschland 35 Millionen aktive Kundenkonten zählt und sowohl Ein- als auch Auszahlungen bietet - genau die Funktionalität, die Giropay nie liefern konnte. Der Vergleich ist fast unfair: PayPal hat ein geschlossenes Ökosystem, das vom ersten Klick bis zur letzten Auszahlung funktioniert. Giropay war dagegen ein Einbahnstraße-System, das Nutzer für den Rückweg an andere Methoden verwies.
Drittens die Entscheidung der European Payments Initiative, mit Wero ein komplett neues System aufzubauen, statt auf der bestehenden Giropay-Infrastruktur weiterzuarbeiten. Diese Entscheidung war aus strategischer Sicht nachvollziehbar - Giropay war ein deutsches System mit deutschen Limitierungen, Wero soll europäisch denken -, aber sie bedeutete gleichzeitig das Todesurteil für Giropay. Warum ein sterbendes System am Leben halten, wenn der Nachfolger bereits in den Startlöchern steht?
Für den Sportwetten-Markt hat die Abschaltung eine konkrete Konsequenz: Jeder Ratgeber, der Giropay noch als aktive Einzahlungsmethode bewirbt, führt seine Leser in die Irre. Ich habe mir die zehn bestplatzierten Artikel zum Thema angesehen, und nicht ein einziger erwähnt die Einstellung des Dienstes. Manche wurden noch im Sommer 2025 aktualisiert und empfehlen Giropay weiterhin als laufende Zahlungsoption. Das ist nicht nur schlecht recherchiert, es schadet auch den Nutzern, die nach einer funktionierenden Einzahlungsmethode suchen und Zeit mit einem toten System verschwenden. Wer nach der Giropay-Abschaltung eine Einzahlung per Online-Banking tätigen will, braucht eine echte Alternative - und die existiert, auch wenn sie anders heißt.
EPS - die österreichische Alternative zu Giropay
Wenn ich mit österreichischen Sportwetten-Kunden spreche, höre ich immer wieder dasselbe: "Giropay? War das nicht dieses deutsche System?" Ja, war es. Und genau das ist der Punkt. Österreich hatte mit EPS schon lange ein eigenes Online-Banking-Zahlungssystem, das tiefer im heimischen Finanzwesen verwurzelt ist als Giropay es in Deutschland je war.
EPS (Electronic Payment Standard) ist Österreichs nationales Online-Banking-Zahlungssystem. Es funktioniert nach dem gleichen Grundprinzip wie Giropay: Der Kunde wird beim Bezahlen auf sein Online-Banking weitergeleitet, autorisiert die Zahlung dort und kehrt zum Händler zurück. Der offizielle Slogan - "Online bezahlen direkt mit deiner Bank" - beschreibt das Konzept treffend.
Was EPS von Giropay fundamental unterscheidet, ist die Marktdurchdringung im eigenen Land. Über 80 Prozent aller in Österreich tätigen E-Commerce-Shops unterstützen EPS als Zahlungsoption. Das ist eine Quote, von der Giropay in Deutschland nur träumen konnte. Mehr noch: EPS gilt in Österreich als offizielle Zahlungsoption für Behördengebühren - ein Vertrauensbeweis, der das System weit über den E-Commerce hinaus legitimiert. Wenn du in Österreich einen Reisepass beantragst oder eine Verwaltungsgebühr bezahlst, ist EPS eine der akzeptierten Methoden. Dieses Maß an institutioneller Einbettung hat Giropay in Deutschland nie erreicht.
Die Geschichte der beiden Systeme ist seit 2014 miteinander verknüpft. In dem Jahr fusionierten EPS und Giropay auf technischer Ebene, was Kunden beider Systeme grenzüberschreitendes Zahlen ermöglichte. Wie ispo.com es formulierte: "International wurden die Systeme von Giropay und EPS in Österreich zusammengelegt. Die Händler haben somit die Möglichkeit, Kunden aus Deutschland und aus Österreich zu akzeptieren." Diese Verbindung war für den Sportwetten-Markt besonders relevant, weil viele Wettanbieter sowohl deutsche als auch österreichische Kunden bedienen. Ein Buchmacher, der Giropay integrierte, bekam EPS-Kunden quasi automatisch dazu - und umgekehrt.
Mit der Giropay-Abschaltung endete diese technische Partnerschaft. Aber EPS läuft weiter, völlig unbeeinträchtigt. Das liegt an einem strukturellen Vorteil: Während Giropay gegen PayPal, Klarna und ein halbes Dutzend anderer Anbieter im überfüllten deutschen Markt kämpfen musste, hat EPS in Österreich eine wesentlich komfortablere Position. Es ist die heimische Lösung, die von den Banken des Landes getragen wird, und es gibt kein direkt vergleichbares Konkurrenzprodukt auf nationaler Ebene.
| Merkmal | EPS | Giropay |
|---|---|---|
| Status | Aktiv | Eingestellt (31.12.2024) |
| Markt | Österreich | Deutschland |
| E-Commerce-Abdeckung | Über 80 % | 0,4 % Umsatzanteil (zuletzt) |
| Einzahlung bei Sportwetten | Ja | Nicht mehr möglich |
| Auszahlung | Nicht direkt | War nie möglich |
| Behördliche Nutzung | Ja (Gebühren) | Nein |
Für Sportwetten in Österreich bleibt EPS die naheliegendste Banking-Einzahlungsmethode. Wer sich vertieft mit den Funktionsweisen, den unterstützten Banken und den konkreten Limits befassen will, findet alle Details in der Übersicht zu EPS bei Sportwetten in Österreich. Die technischen Unterschiede zwischen EPS und Giropay verdienen dabei einen eigenen Blick - die beiden Systeme waren verwandter, als viele denken.
Wero als Giropay-Nachfolger - Stand 2026
50 Millionen registrierte Nutzer in Europa, 16 Finanzdienstleister als Träger, darunter Deutsche Bank, DZ Bank, BNP Paribas und Société Générale - und trotzdem akzeptiert kein einziger Wettanbieter Wero als Einzahlungsmethode. Das ist der Stand im Frühjahr 2026, und er überrascht mich nicht. Wer die Geschichte von Giropay verfolgt hat, weiß: Infrastruktur aufbauen ist das eine, Akzeptanz im Markt gewinnen etwas völlig anderes.
Aktueller Status: Wero ist bei keinem Sportwetten-Anbieter als Einzahlungsmethode verfügbar. P2P-Zahlungen zwischen Privatpersonen funktionieren bereits, die Integration in den E-Commerce - und damit auch bei Wettanbietern - steht noch aus.
Wero ist das Produkt der European Payments Initiative, kurz EPI - ein Zusammenschluss europäischer Banken, der ein gemeinsames Zahlungssystem für den gesamten Kontinent schaffen will. Joachim Schmalzl, EPI-Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandsmitglied des DSGV, hat die Dimension des Vorhabens klar benannt: "Der Aufbau eines neuen Zahlungssystems braucht Zeit. Wir müssen Vertrauen und Akzeptanz gewinnen - das mussten sich auch andere erfolgreiche Anbieter erst über Jahre erarbeiten." In einem anderen Interview ergänzte er: "Es ist ein Marathon, kein Sprint - und wir sind gut im Rennen."
Registrierte Nutzer
Über 50 Millionen in Europa (Stand Februar 2026)
Träger
16 europäische Finanzdienstleister
Verfügbarkeit bei Sportwetten
Keine - kein Wettanbieter akzeptiert Wero
Österreich-Status
Raiffeisen Bank International seit 26.11.2025 EPI-Mitglied
Besonders relevant für österreichische Wetter: Die Raiffeisen Bank International ist seit dem 26. November 2025 offizielles EPI-Mitglied und ermöglicht Händlern ab 2026 die Akzeptanz von Wero im E-Commerce. Das ist ein konkreter Schritt, aber zwischen "Händler können Wero akzeptieren" und "Wettanbieter akzeptieren Wero" liegen noch regulatorische und technische Hürden, die nicht über Nacht verschwinden.
Ein Realitätscheck hilft bei der Einordnung. Ende 2024 wussten 88 Prozent der Befragten in einer Verivox-Umfrage nicht, was Wero überhaupt ist. PayPal kommt allein in Deutschland auf 35 Millionen aktive Kundenkonten - Wero hatte zu dem Zeitpunkt in drei Ländern zusammen 14 Millionen Registrierungen. Die Nutzerbasis wächst, aber der Abstand zu den etablierten Zahlungsmethoden bleibt enorm. Registriert ist nicht gleich aktiv, und aktiv ist nicht gleich regelmäßig - eine Unterscheidung, die bei Wero-Jubelmeldungen oft unter den Tisch fällt.
Für den Sportwetten-Markt kommt ein weiteres Problem hinzu: Wettanbieter integrieren neue Zahlungsmethoden nicht aus Idealismus, sondern aus Kostenkalkül. Solange Wero keine kritische Masse an Nutzern erreicht, die aktiv nach dieser Einzahlungsoption suchen, gibt es für Buchmacher keinen Anreiz, die technische Integration zu finanzieren. Das ist ein klassisches Henne-Ei-Problem. Kunden warten auf Wero bei Wettanbietern, Wettanbieter warten auf Kunden, die Wero fordern. Schmalzl selbst räumt ein: "Das alles braucht seine Zeit. Aber wir sind überzeugt, dass es auf lange Sicht Alltag sein wird, in Deutschland und Europa mit Wero zu bezahlen."
Meine Einschätzung als jemand, der den Markt seit über einem Jahrzehnt beobachtet: Wero wird frühestens 2027 bei den ersten Wettanbietern auftauchen, wahrscheinlich eher 2028. Bis dahin ist die aktuelle Lage von Wero bei Sportwetten vor allem ein Thema für alle, die vorausplanen wollen.
Welche Einzahlungsmethoden jetzt funktionieren
Nach der Giropay-Abschaltung habe ich systematisch durchgetestet, welche Online-Banking-Methoden bei Wettanbietern im DACH-Raum tatsächlich funktionieren. Das Ergebnis ist übersichtlicher als erwartet - und für österreichische Wetter sieht die Lage besser aus als für deutsche.
| Methode | Einzahlung | Auszahlung | Registrierung nötig | Für Österreich geeignet |
|---|---|---|---|---|
| EPS | Ja | Nicht direkt | Nein | Ja - primäre Empfehlung |
| Trustly | Ja | Ja | Nein | Ja |
| Klarna Sofortüberweisung | Ja | Nein | Nicht zwingend | Ja |
| PayPal | Ja | Ja | Ja | Ja |
| SEPA-Überweisung | Ja (langsam) | Ja | Nein | Ja |
Trustly hat sich als der funktional stärkste Giropay-Ersatz herauskristallisiert. Das schwedische Fintech arbeitet nach demselben Prinzip - direkte Banküberweisung ohne separates Konto -, bietet aber den entscheidenden Vorteil, den Giropay nie hatte: Auszahlungen. Wer seine Gewinne direkt auf das Bankkonto zurückholen will, ohne den Umweg über ein E-Wallet, findet in Trustly die einzige reine Banking-Lösung, die das ermöglicht. Die Integration bei Wettanbietern im DACH-Raum ist mittlerweile breit aufgestellt, und die Akzeptanz wächst stetig. Für österreichische Wetter, die bisher ausschließlich EPS genutzt haben, lohnt sich ein Blick auf Trustly allein schon wegen der Auszahlungsfunktion.
EPS bleibt für österreichische Wetter die erste Wahl bei Einzahlungen. Die Abdeckung ist breit, die Akzeptanz bei Wettanbietern mit Österreich-Fokus hoch. Die Integration funktioniert reibungslos, weil die österreichischen Banken das System aktiv unterstützen und die technische Infrastruktur seit Jahren eingespielt ist. Der Nachteil: Auch EPS funktioniert nur in eine Richtung. Für Auszahlungen braucht es einen zweiten Weg, und genau hier entsteht das Unbequeme an reinen Einzahlungsmethoden - du musst dich mit zwei verschiedenen Zahlungswegen befassen, bevor du überhaupt die erste Wette platziert hast.
Klarna Sofortüberweisung füllt eine ähnliche Nische wie das alte Giropay, unterscheidet sich aber in einem wichtigen Detail: Klarna fungiert als Vermittler zwischen Kunde und Bank, während Giropay direkt in die Banking-Infrastruktur eingebunden war. In der Praxis merkt der Nutzer kaum einen Unterschied - die Einzahlung ist schnell und unkompliziert. Klarna leitet dich auf dein Online-Banking weiter, du bestätigst per TAN, das Geld wird sofort gutgeschrieben. Auszahlungen sind auch hier nicht möglich. Was Klarna von EPS unterscheidet: Die Akzeptanz ist breiter gestreut, weil Klarna international operiert, während EPS auf den österreichischen Markt fokussiert bleibt.
Empfehlenswert
- EPS für schnelle Einzahlungen in Österreich nutzen
- Trustly wählen, wenn Ein- und Auszahlung über einen Kanal laufen sollen
- PayPal als Backup bereithalten - breiteste Akzeptanz bei Wettanbietern
- Einzahlungsmethode und Auszahlungsmethode vorab abstimmen
Vermeiden
- Auf die Rückkehr von Giropay warten - der Dienst ist endgültig eingestellt
- Wero als aktuelle Option einplanen - noch kein Wettanbieter unterstützt es
- Anonyme Prepaid-Methoden für Ersteinzahlungen, wenn ein Bonus genutzt werden soll
- SEPA-Überweisung für zeitkritische Einzahlungen - dauert ein bis drei Werktage
PayPal verdient eine ehrliche Erwähnung, auch wenn es kein reines Banking-System ist. Die Reichweite ist unerreicht, die Akzeptanz bei Wettanbietern nahezu flächendeckend. Der Preis dafür: ein eigenes Konto, eine eigene Verifizierung, und gelegentlich Einschränkungen bei Sportwetten-Transaktionen, die ohne Vorwarnung greifen. Trotzdem ist PayPal für viele Sportwetten-Kunden die Standardlösung, weil es den gesamten Zyklus abdeckt - Einzahlung, Auszahlung, Bonusqualifikation - und das bei fast jedem Wettanbieter. Die Frage ist nicht, ob PayPal funktioniert, sondern ob du bereit bist, dafür einen Intermediär zwischen dir und deiner Bank zu akzeptieren. Wer alle Giropay-Alternativen für Sportwetten im Detail vergleichen will, findet dort eine vertiefte Analyse jeder einzelnen Methode.
Sicherheitsstandards bei Online-Banking-Einzahlungen
Jedes Mal, wenn ein neuer Sportwetten-Kunde mich fragt, ob Online-Banking-Einzahlungen sicher sind, stelle ich eine Gegenfrage: Vertraust du deiner Bank beim regulären Online-Banking? Dann vertraust du auch dem Einzahlungsvorgang beim Wettanbieter - denn die Sicherheitsmechanismen sind identisch.
PIN/TAN-Verfahren: Bei Online-Banking-Einzahlungen autorisiert der Spieler jede Transaktion über das PIN/TAN-System seiner Bank. Ob pushTAN, chipTAN oder photoTAN - die Zwei-Faktor-Authentifizierung stellt sicher, dass nur der Kontoinhaber selbst eine Zahlung auslösen kann. Der Wettanbieter erhält zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die Bankzugangsdaten.
Die Verschlüsselung, die bei Banking-Zahlungen zum Einsatz kommt, ist kein Marketing-Versprechen, sondern Branchenstandard. Alle relevanten Systeme - ob EPS, Trustly oder das frühere Giropay - nutzen TLS-Verschlüsselung (Transport Layer Security), denselben Standard, den auch die Bankportale selbst verwenden. Die oft zitierte "256-Bit-Verschlüsselung" klingt beeindruckend, beschreibt aber nichts anderes als den normalen TLS-Schlüsselaustausch, den jede seriöse Bankwebseite einsetzt. Es gibt hier keinen Sicherheitsunterschied zwischen einer Einzahlung beim Buchmacher und einer Überweisung an den Vermieter.
Was viele Sportwetten-Ratgeber verschweigen: Die eigentliche Sicherheitsarchitektur liegt nicht bei der Verschlüsselung, sondern beim Authentifizierungsverfahren. Seit der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 ist die starke Kundenauthentifizierung (SCA) für Online-Zahlungen verpflichtend. Das bedeutet: Zwei voneinander unabhängige Faktoren müssen zusammenkommen - etwas, das du weißt (PIN), und etwas, das du besitzt (Smartphone für TAN). Selbst wenn jemand deine Online-Banking-Zugangsdaten erbeutet, kann er ohne den zweiten Faktor keine Zahlung auslösen. Giropay setzte dieses Prinzip von Anfang an um, und die Nachfolgemethoden tun es genauso.
Trotzdem existieren reale Risiken, und sie liegen nicht bei der Technologie, sondern beim Nutzerverhalten. Phishing bleibt die größte Bedrohung bei Online-Banking-Zahlungen. Gefälschte E-Mails, die zur Eingabe von Bankdaten auf manipulierten Seiten auffordern, sind im Sportwetten-Umfeld keine Seltenheit. Im Jahr 2022 stieg Giropay im E-Commerce auf 1,6 Prozent Umsatzanteil, was auch die Aufmerksamkeit von Betrügern auf sich zog. Die Gegenmaßnahme ist simpel: Nie über einen Link in einer E-Mail zum Online-Banking gelangen, sondern immer die URL der Bank direkt im Browser eingeben oder die Banking-App nutzen. Bei Einzahlungen beim Wettanbieter gilt dasselbe Prinzip - die Weiterleitung sollte immer direkt über die Kassenseite des Anbieters erfolgen, nie über einen zugeschickten Link.
Ein Aspekt, der oft übersehen wird: Banking-Methoden wie EPS oder Trustly geben dem Wettanbieter weniger sensible Daten preis als Kreditkartenzahlungen. Keine Kartennummer, kein CVV, kein Ablaufdatum landet in der Datenbank des Buchmachers. Bei einem Sicherheitsvorfall beim Anbieter - und die gab es in der Branche durchaus - sind Banking-Zahlungen damit weniger exponiert als Kartenzahlungen.
Einzahlung per Online-Banking - Schritt für Schritt
Theorie ist das eine. In der Praxis erlebe ich regelmäßig, dass selbst erfahrene Online-Wetter bei der ersten Banking-Einzahlung unsicher werden - nicht wegen der Technik, sondern weil sie nicht wissen, was sie wann erwartet. Deshalb hier der konkrete Ablauf, wie er bei den meisten Wettanbietern mit EPS, Trustly oder Klarna aussieht.
Vor der ersten Einzahlung - das muss stehen
- Wettkonto beim Anbieter erstellt und E-Mail-Adresse bestätigt
- Identitätsverifizierung abgeschlossen oder zumindest gestartet - viele Anbieter verlangen KYC vor der ersten Einzahlung
- Online-Banking bei der eigenen Bank eingerichtet und TAN-Verfahren aktiviert
- Einzahlungslimit im Kopf - bei den meisten Methoden ab 10 Euro, Maximalbetrag zwischen 1.000 und 10.000 Euro je nach Anbieter
- Bonusbedingungen geprüft - nicht jede Zahlungsmethode qualifiziert für den Willkommensbonus
Der eigentliche Einzahlungsvorgang folgt einem klaren Muster, das sich über alle Banking-Methoden hinweg kaum unterscheidet. Zuerst loggst du dich in dein Wettkonto ein und navigierst zum Einzahlungsbereich - bei den meisten Anbietern findest du ihn unter "Kasse", "Mein Konto" oder direkt über einen Button im oberen Seitenbereich. Dort wählst du die gewünschte Banking-Methode aus und gibst den Betrag ein. Das System leitet dich auf eine Seite weiter, auf der du deine Bank auswählst - entweder aus einer Liste oder per Eingabe der Bankleitzahl.
Danach landest du im vertrauten Online-Banking deiner Hausbank, wo Empfänger und Betrag bereits vorausgefüllt sind. Du bestätigst mit deinem TAN-Verfahren, wirst zum Wettanbieter zurückgeleitet, und das Guthaben erscheint in Echtzeit auf dem Wettkonto. Der gesamte Vorgang dauert bei geübten Nutzern unter zwei Minuten. Beim ersten Mal solltest du drei bis fünf Minuten einplanen, weil die Auswahl der Bank und das TAN-Verfahren beim Erstdurchlauf einen Moment länger brauchen.
Drei Stolperfallen, die ich immer wieder beobachte. Erstens: Pop-up-Blocker. Die Weiterleitung zum Online-Banking öffnet bei manchen Anbietern ein neues Fenster, das vom Browser blockiert wird. Die Zahlung scheint dann zu hängen, obwohl sie gar nicht gestartet wurde. Lösung: Pop-ups für die Seite des Wettanbieters zulassen. Zweitens: Tippfehler beim Betrag. Wer 100 Euro einzahlen will und versehentlich 1.000 eingibt, kann die Transaktion nach der TAN-Bestätigung nicht rückgängig machen - die Gutschrift erfolgt sofort und in voller Höhe. Drittens: Zeitlimit. Die meisten Banking-Systeme geben dir etwa zehn Minuten für den gesamten Vorgang. Wer in dieser Zeit seine TAN-App nicht findet, muss den Prozess von vorn beginnen.
Was den Ablauf am Smartphone betrifft: Grundsätzlich funktioniert die Einzahlung per Online-Banking auf mobilen Geräten genauso wie am Desktop. Der Vorteil liegt sogar auf der Hand - die TAN-Bestätigung per Push-Nachricht ist am selben Gerät schneller erledigt als am Rechner, wo man erst zum Smartphone greifen muss. Mobile Geräte generieren mittlerweile rund 58 Prozent der Online-Gambling-Einnahmen in Europa, und die Einzahlungsprozesse sind entsprechend optimiert. Wer den gesamten Ablauf der Sportwetten-Einzahlung per Online-Banking mit allen Methoden im Vergleich durchgehen will, findet dort eine vollständige Übersicht.
Sportwetten-Markt in Europa und Österreich
Zahlungsmethoden existieren nicht im Vakuum. Wer verstehen will, warum sich bestimmte Einzahlungswege durchsetzen und andere verschwinden, muss den Markt kennen, in dem sie operieren. Und dieser Markt ist riesig.
Der europäische Online-Gambling-Markt wurde 2025 auf 45,7 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2034 auf 78,8 Milliarden wachsen - ein jährliches Wachstum von gut 6 Prozent. Europa hält dabei einen Anteil von 49,1 Prozent am globalen Online-Gambling-Markt, der selbst bei rund 99,7 Milliarden US-Dollar liegt. Innerhalb dieses Marktes dominieren Sportwetten mit 53,62 Prozent des europäischen Online-Gambling-Umsatzes - mehr als die Hälfte aller Online-Einsätze fließt in Wetten auf Fußball, Tennis, Eishockey und andere Sportarten.
Sportwetten machen 53,62 Prozent des europäischen Online-Gambling-Umsatzes aus. Mehr als die Hälfte aller Online-Einsätze in Europa geht in Wetten - nicht in Casino, Poker oder Lotterien.
Der mobile Kanal treibt dieses Wachstum maßgeblich voran. 2024 generierten mobile Geräte rund 58 Prozent der Online-Gambling-Einnahmen in Europa, gegenüber 56 Prozent im Vorjahr. Dieser Trend hat direkte Auswirkungen auf Zahlungsmethoden: Einzahlungswege, die am Smartphone nicht reibungslos funktionieren, verlieren Marktanteile. Giropays Mobilfähigkeit war nie eine Stärke - ein weiterer Faktor, der zum Scheitern beitrug.
Für Österreich im Speziellen: Der Bruttospielertrag der Sportwetten lag 2020 bei 283 Millionen Euro, der des Online-Gamings bei 284 Millionen Euro - praktisch gleichauf. Das macht den österreichischen Markt besonders interessant: Sportwetten und Online-Gaming stehen nicht in einem Ungleichgewicht wie in manchen anderen europäischen Märkten, sondern konkurrieren auf Augenhöhe um die Aufmerksamkeit und das Budget der Spieler.
41 Prozent der Österreicher nehmen mindestens einmal jährlich an Glücksspielen teil, und bei Sportwetten dominiert Fußball mit fast 50 Prozent Anteil, gefolgt von Tennis mit 15 Prozent und Eishockey mit 10 Prozent. Dass Eishockey in Österreich einen höheren Sportwetten-Anteil erreicht als in den meisten anderen europäischen Ländern, überrascht nicht - die ICE Hockey League zieht eine treue Fangemeinde an, die auch gern wettet. Interessant ist auch der Gender-Aspekt: Nur etwa 20 Prozent aller Sportwetten-Spieler in Österreich sind weiblich, was auf ein erhebliches ungenutztes Marktpotenzial hindeutet.
Der österreichische Markt ist klein genug, um Zahlungsmethoden-Trends schneller umzusetzen als der deutsche, und groß genug, um für Anbieter relevant zu sein. 27 europäische Länder verlangen mittlerweile von Spielern, bei der Registrierung Einsatzlimits festzulegen - ein regulatorischer Rahmen, der das Thema Zahlungsmethoden eng mit dem Spielerschutz verknüpft. Die Wahl der Einzahlungsmethode ist damit nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern auch der Transparenz: Banking-basierte Zahlungen hinterlassen klare Spuren im Kontoauszug, was sowohl für die Selbstkontrolle als auch für regulatorische Nachweise von Vorteil ist.
Wie sich Online-Banking-Zahlungen bei Wettanbietern entwickeln
Wer mich vor fünf Jahren gefragt hätte, ob Giropay 2024 noch existiert, hätte von mir ein klares Ja bekommen. Prognosen in diesem Markt sind tückisch, weil sie von Entscheidungen abhängen, die hinter verschlossenen Türen fallen - in Bankvorständen, Regulierungsbehörden und bei den Wettanbietern selbst. Trotzdem zeichnen sich drei Entwicklungslinien ab, die ich für belastbar halte.
Erstens: Wero wird kommen, aber nicht morgen. Die 50 Millionen registrierten Nutzer in Europa sind eine solide Basis, und mit dem Beitritt der Raiffeisen Bank International zur EPI hat Österreich einen Fuß in der Tür. Aber von P2P-Zahlungen zwischen Freunden bis zur Integration in den Einzahlungsbereich eines Wettanbieters ist es ein weiter Weg. Die technische Anbindung ist das kleinste Problem - die regulatorische Abstimmung zwischen Glücksspielaufsicht und Zahlungsdienstleister ist der eigentliche Flaschenhals. Meine realistische Erwartung: erste Wettanbieter mit Wero-Integration frühestens Ende 2027.
Zweitens: Trustly wird seinen Vorsprung als Banking-basierte Einzahlungsmethode ausbauen. Die Kombination aus Ein- und Auszahlung ohne separates Konto ist genau das, was Giropay nie bieten konnte und was der Markt nachfragt. Trustly hat zudem einen Vorteil, den europäische Banking-Initiativen erst noch aufbauen müssen: eine funktionierende Händlerintegration in über 30 Ländern, die sich über Jahre bewährt hat. Für österreichische Wetter wird EPS parallel bestehen bleiben - die lokale Verankerung ist zu stark, als dass ein schwedisches Fintech sie verdrängen könnte. Wahrscheinlicher ist eine Koexistenz: EPS für Einzahlungen, Trustly für Auszahlungen.
Drittens: Die Zahlungslandschaft wird sich weiter konsolidieren. Die gescheiterte Fusion von Paydirekt, Giropay und Kwitt hat gezeigt, dass Markenvielfalt allein kein Rezept gegen PayPals Dominanz ist. Die Zukunft gehört Systemen, die den gesamten Zahlungszyklus abdecken - Einzahlung, Auszahlung, Verifizierung - und das grenzüberschreitend. Für den Sportwetten-Markt bedeutet das: Die Anzahl der verfügbaren Zahlungsmethoden wird nicht größer werden, sondern kleiner. Was bleibt, wird dafür besser funktionieren. Für uns als Sportwetten-Kunden bedeutet das Geduld - aber auch die Gewissheit, dass der Markt nicht stillsteht.
Die Giropay-Ära ist vorbei, aber die Online-Banking-Einzahlung bei Sportwetten lebt weiter - über EPS in Österreich, über Trustly europaweit, und perspektivisch über Wero. Wer heute einzahlt, hat funktionierende Alternativen. Wer auf die nächste große Veränderung wartet, sollte Wero im Blick behalten, aber sich nicht darauf verlassen.
Noch Fragen offen? Die häufigsten Fragen zu Giropay, Alternativen und Sportwetten-Zahlungen beantworte ich direkt im Anschluss.
Häufige Fragen zu Giropay und Sportwetten
Was ist Giropay und wie funktioniert es bei Sportwetten?
Giropay war ein deutsches Online-Banking-Zahlungssystem, das von der Kreditwirtschaft getragen wurde. Bei Sportwetten ermöglichte es Einzahlungen direkt über das Online-Banking der eigenen Hausbank - ohne separates Konto oder Wallet. Der Spieler wurde vom Wettanbieter auf seine Bank weitergeleitet, autorisierte die Zahlung per TAN, und das Guthaben erschien in Echtzeit auf dem Wettkonto. Seit dem 31. Dezember 2024 ist der Dienst eingestellt und steht bei keinem Wettanbieter mehr zur Verfügung.
Wurde Giropay eingestellt und was sind die Alternativen?
Ja, Giropay wurde zum 31. Dezember 2024 endgültig abgeschaltet. Die Paydirekt GmbH als Betreiber befindet sich in Abwicklung. Als Alternativen für Sportwetten-Einzahlungen stehen EPS (in Österreich), Trustly, Klarna Sofortüberweisung und PayPal zur Verfügung. Trustly bietet als einzige reine Banking-Methode sowohl Einzahlungen als auch Auszahlungen an. Wero als offizieller Nachfolger ist bei keinem Wettanbieter verfügbar.
Kann man mit Giropay bei Wettanbietern auszahlen lassen?
Nein, das war nie möglich. Giropay funktionierte ausschließlich als Einzahlungsmethode. Für Auszahlungen mussten Spieler immer auf Banküberweisungen, E-Wallets oder andere Methoden zurückgreifen. Dieses Problem betraf nicht nur Giropay, sondern gilt auch für EPS und Klarna Sofortüberweisung. Wer Ein- und Auszahlung über einen Kanal abwickeln will, sollte Trustly oder PayPal nutzen.
Welche Gebühren fallen bei Giropay Sportwetten an?
Für Spieler war Giropay in aller Regel kostenlos. Die Gebühren trug der Wettanbieter: 0,89 Prozent vom Umsatz oder mindestens 0,33 Euro pro Transaktion. Einige Wettanbieter reichten diese Kosten indirekt weiter, indem sie bei Giropay-Einzahlungen höhere Mindestbeträge festlegten als bei anderen Methoden. Bei den aktuellen Banking-Alternativen wie EPS und Trustly ist die Gebührenstruktur für Spieler ähnlich - in der Regel keine direkten Kosten.
Ist Giropay sicher für Online-Sportwetten?
Die Sicherheitsstandards von Giropay entsprachen denen des regulären Online-Bankings: TLS-Verschlüsselung, PIN/TAN-Authentifizierung und keine Weitergabe von Bankzugangsdaten an den Wettanbieter. Das System war sicher - es existiert nur nicht mehr. Die gleichen Sicherheitsmechanismen gelten heute für EPS und Trustly, da auch diese Systeme auf der bestehenden Banking-Infrastruktur aufsetzen.
Was ist der Unterschied zwischen Giropay und EPS in Österreich?
EPS ist Österreichs nationales Online-Banking-Zahlungssystem, Giropay war das deutsche Pendant. Beide funktionierten nach dem gleichen Prinzip, wurden 2014 auf technischer Ebene fusioniert und ermöglichten grenzüberschreitendes Zahlen. Der entscheidende Unterschied: EPS erreicht über 80 Prozent der österreichischen E-Commerce-Shops und ist weiterhin aktiv, während Giropay mit nur 0,4 Prozent Marktanteil im E-Commerce scheiterte und eingestellt wurde.
Kann man als Österreicher Giropay bei Wettanbietern nutzen?
Nein, das ist nicht mehr möglich - weder für Österreicher noch für Deutsche. Giropay existiert seit Ende 2024 nicht mehr. Österreichische Sportwetten-Kunden sollten stattdessen EPS als primäre Online-Banking-Einzahlungsmethode nutzen, da es bei den meisten Wettanbietern mit Österreich-Fokus verfügbar ist. Alternativ bieten sich Trustly oder PayPal an.