Wero Bekanntheit - warum 88 % der Deutschen den Giropay-Nachfolger nicht kennen

Updated Juli 2026
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Umfrageergebnis auf einem Bildschirm mit hohem Unbekanntheitsgrad einer Zahlungsmethode

88 %. Das ist der Anteil der Deutschen, die im Dezember 2024 nicht wussten, was Wero ist – laut einer Verivox-Umfrage unter 1.000 Befragten. Giropay wurde gerade abgeschaltet, sein Nachfolger stand bereit, und fast neun von zehn potenziellen Nutzern hatten noch nie von ihm gehört. In meiner gesamten Karriere im Zahlungsbereich habe ich kein Produkt erlebt, das mit einer so großen Kluft zwischen Ambition und Bekanntheit gestartet ist.

Was die Verivox-Umfrage über Wero verrät

Die 88 % sind nicht nur eine Zahl – sie sind ein Symptom. Im Vergleich: Die Markenbekanntheit von Giropay lag in Deutschland bei 78 %, die von PayPal bei 95 %. Selbst Giropay, das als gescheitertes Produkt gilt, war deutlich bekannter als sein Nachfolger. Das Paradox ist offensichtlich: Wero soll das werden, was Giropay nie war – eine europäische Alternative zu PayPal. Aber wie willst du PayPal herausfordern, wenn die Menschen nicht einmal wissen, dass du existierst?

Die Umfrage wurde im Dezember 2024 durchgeführt, also zu einem Zeitpunkt, an dem Wero bereits seit mehreren Monaten für Privatüberweisungen verfügbar war. Die Ergebnisse zeigen, dass die Marketingkampagne der European Payments Initiative die breite Masse nicht erreicht hat. Die Kommunikation lief primär über Banking-Apps und Bankfilialien – Kanäle, die Menschen nur nutzen, wenn sie aktiv nach etwas suchen, nicht um zufällig auf Neues zu stoßen.

Für den Sportwetten-Markt ist die geringe Bekanntheit ein doppeltes Problem. Erstens: Wettanbieter integrieren nur Zahlungsmethoden, für die es Kundennachfrage gibt. Ohne Bekanntheit keine Nachfrage, ohne Nachfrage keine Integration. Zweitens: Selbst wenn ein Wettanbieter Wero integrieren würde, müsste er seinen Kunden erst erklären, was es ist – ein Marketingaufwand, den kein Buchmacher freiwillig trägt.

50 Millionen Nutzer – und trotzdem unbekannt

Wero erreichte im Februar 2026 über 50 Millionen registrierte Nutzer in Europa. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass die Bekanntheit in der breiten Bevölkerung niedrig bleibt. Wie passt das zusammen?

Die 50 Millionen Nutzer sind zu einem großen Teil automatische Registrierungen. Wenn deine Bank Wero in die Banking-App integriert und du ein Update installierst, bist du technisch ein Wero-Nutzer – auch wenn du den Dienst nie aktiv genutzt hast. Die Differenz zwischen „registriert“ und „aktiv nutzend“ ist bei Wero vermutlich erheblich, auch wenn die EPI keine separaten Zahlen für aktive Nutzer veröffentlicht.

PayPal kommt allein in Deutschland auf 35 Millionen aktive Kundenkonten. Wero hatte Ende 2024 in drei Ländern 14 Millionen registrierte Nutzer – inzwischen sind es 50 Millionen in mehreren Ländern. Das Wachstum ist beeindruckend, aber der Vergleich mit PayPal zeigt die Dimension der Herausforderung. PayPal hat seinen Vorsprung über zwei Jahrzehnte aufgebaut, Wero ist erst seit 2024 am Markt. Die EPI-Verantwortlichen betonen, dass Wero „nachhaltig“ wachse – Joachim Schmalzl, DSGV-Vorstand, nutzt genau dieses Wort.

Was geringe Bekanntheit für Sportwetten bedeutet

Für Sportwetter ist die geringe Wero-Bekanntheit kein abstraktes Problem, sondern ein ganz konkretes: Du kannst Wero nicht zum Wetten nutzen, und das wird sich so schnell nicht ändern. Die Bekanntheitskurve muss erst steigen, dann muss die E-Commerce-Integration funktionieren, dann müssen die regulatorischen Anforderungen für Glücksspiel erfüllt werden, und erst dann wird der erste Wettanbieter Wero in seinen Kassenbereich aufnehmen.

Für österreichische Sportwetter kommt ein zusätzlicher Aspekt hinzu: In Österreich ist Wero noch weniger verbreitet als in Deutschland. Die Raiffeisen Bank International ist seit November 2025 EPI-Mitglied, aber andere große österreichische Banken haben sich noch nicht angeschlossen. Die Bekanntheit von Wero unter österreichischen Konsumenten dürfte noch unter den deutschen 12 % liegen – belastbare Umfragedaten für Österreich gibt es bisher nicht.

Was bedeutet das für dich als Sportwetter? Pragmatisch betrachtet: Vergiss Wero für die nächsten ein bis zwei Jahre und nutze die Methoden, die jetzt funktionieren. EPS für österreichische Wetter, Trustly als europäische Alternative, PayPal als Allrounder. Wenn Wero irgendwann bei Wettanbietern verfügbar wird, wirst du es in deiner Banking-App und im Kassenbereich deines Buchmachers sehen – bis dahin ist es ein Versprechen, kein Werkzeug.

Wie viele Nutzer hat Wero aktuell?

Wero erreichte im Februar 2026 über 50 Millionen registrierte Nutzer in Europa. Diese Zahl umfasst allerdings auch automatische Registrierungen über Banking-Apps, ohne dass der Nutzer den Dienst aktiv genutzt hat. Die Anzahl der aktiv nutzenden Kunden wird nicht separat veröffentlicht.

Kennen Österreicher Wero besser als Deutsche?

Belastbare Umfragedaten für Österreich liegen nicht vor. Da Wero in Österreich erst seit dem EPI-Beitritt der Raiffeisen Bank International im November 2025 aufgebaut wird und andere große österreichische Banken noch nicht beigetreten sind, dürfte die Bekanntheit unter österreichischen Konsumenten eher niedriger sein als die 12 % in Deutschland.