Giropay Wettanbieter - welche Buchmacher den Dienst anboten

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Wenn du heute bei einem Wettanbieter im Kassenbereich nach Giropay suchst, wirst du es nicht mehr finden. Kein einziger Buchmacher listet den Dienst noch auf – und das aus gutem Grund: Giropay wurde zum 31. Dezember 2024 endgültig eingestellt. Was bleibt, ist die Frage, welche Anbieter Giropay überhaupt im Programm hatten und was sie heute als Ersatz anbieten. In über zwölf Jahren Marktbeobachtung habe ich die Giropay-Integration bei Wettanbietern von der Einführung bis zum Ende begleitet.
Wettanbieter, die Giropay akzeptierten
Die Liste der Buchmacher, die irgendwann einmal Giropay als Einzahlungsmethode akzeptiert haben, ist länger, als man vermuten würde. In der Hochphase zwischen 2018 und 2022 führten geschätzt fünfzig bis siebzig Wettanbieter im deutschsprachigen Raum Giropay in ihrem Kassenbereich. Das klingt nach viel, relativiert sich aber schnell, wenn man bedenkt, dass dieselben Anbieter zeitgleich zehn bis fünfzehn andere Zahlungsmethoden anboten.
Die großen internationalen Buchmacher hatten Giropay fast alle im Programm. Das lag nicht daran, dass Giropay besonders beliebt war, sondern daran, dass große Anbieter möglichst jede verfügbare Zahlungsmethode integrieren, um keine Kundengruppe auszuschließen. Die Integration war für diese Anbieter ein geringer Aufwand mit geringem Risiko – der Giropay-Anteil an den Gesamttransaktionen lag bei den meisten im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Kleinere und mittlere Wettanbieter waren selektiver. Manche haben Giropay nie integriert, weil der Aufwand die erwarteten Einnahmen nicht rechtfertigte. Die Integration einer Zahlungsmethode ist kein trivialer Vorgang – sie erfordert eine technische Anbindung, Vertragsverhandlungen, laufende Wartung und Compliance-Prüfungen. Andere haben es integriert, aber nie aktiv beworben. In den letzten zwei Jahren vor der Abschaltung haben einige Anbieter Giropay sogar wieder aus dem Programm genommen, weil die Nutzung zu gering war. Giropay hatte im deutschen E-Commerce zuletzt nur noch 0,4 % Umsatzanteil – bei Sportwetten dürfte der Anteil ähnlich niedrig gewesen sein.
Was die Integration für Wettanbieter konkret bedeutete: Giropay berechnete den Buchmachern 0,89 % des Umsatzes oder mindestens 0,33 Euro pro Transaktion. Bei geringem Transaktionsvolumen überstiegen die Fixkosten der Integration schnell die Einnahmen. Ein Wettanbieter, der pro Monat nur hundert Giropay-Transaktionen verarbeitete, zahlte für Wartung und Support mehr, als er durch das zusätzliche Zahlungsvolumen gewann. Diese Rechnung ging für immer weniger Anbieter auf – und das lange bevor Giropay offiziell abgeschaltet wurde.
Warum kein Wettanbieter mehr Giropay führt
Die Antwort ist denkbar simpel: Man kann keinen Dienst anbieten, den es nicht mehr gibt. Giropay wurde zum Jahresende 2024 abgeschaltet, die Paydirekt GmbH als Betreiber wird im Laufe von 2025 abgewickelt. Ab dem 1. Januar 2025 war es technisch unmöglich, eine Giropay-Transaktion auszuführen. Die Schnittstellen wurden deaktiviert, die Server abgeschaltet, die Verträge mit den Banken beendet.
Für die Wettanbieter war das Ende von Giropay kein Schock, sondern eine Formalität. Die Nutzerzahlen waren seit Jahren rückläufig, und die meisten Kunden, die früher Giropay nutzten, waren längst auf andere Methoden umgestiegen. Rund 4 Millionen Nutzer erhielten Kündigungsschreiben von der Paydirekt GmbH, aber im Sportwetten-Segment dürfte nur ein Bruchteil davon aktive Giropay-Wettkunden gewesen sein. Die große Mehrheit der Giropay-Nutzer setzte den Dienst für alltägliche Online-Einkäufe ein, nicht für Sportwetten.
Was mich als langjährigen Beobachter überrascht hat: Kein einziger Wettanbieter hat die Abschaltung öffentlich kommentiert oder seine Kunden aktiv informiert. Giropay verschwand aus den Kassenbereichen, als hätte es nie existiert. Keine Abschiedsnachricht, kein Hinweis auf Alternativen, keine Übergangslösung. Das zeigt, wie marginal die Bedeutung von Giropay für den Sportwetten-Markt zuletzt war. Zum Vergleich: Als PayPal 2019 vorübergehend bei einigen deutschen Wettanbietern nicht verfügbar war, gab es Kundenproteste, Forenthreads mit Hunderten von Beiträgen und offizielle Statements der Anbieter. Bei Giropay? Stille.
Was diese Anbieter jetzt als Ersatz anbieten
Die Wettanbieter, die Giropay aus ihrem Programm streichen mussten, hatten im Segment „Online-Banking-Einzahlung“ bereits Alternativen parat. Die meisten bieten mindestens eine der folgenden Methoden an, viele sogar mehrere gleichzeitig.
Trustly hat bei vielen Anbietern die Rolle übernommen, die Giropay hinterlassen hat. Es funktioniert nach demselben Prinzip – direkte Banküberweisung ohne Registrierung – und hat den entscheidenden Vorteil, auch Auszahlungen abwickeln zu können. Für Wettanbieter ist die Trustly-Integration attraktiv, weil sie mit einem einzigen Vertragspartner beide Zahlungsrichtungen abdecken.
EPS bleibt in Österreich der Standard. Für österreichische Wettanbieter war die Giropay-Abschaltung ohnehin wenig relevant, weil EPS schon immer die primäre Banking-Methode war. Die meisten Anbieter, die den österreichischen Markt bedienen, hatten EPS und Giropay parallel im Programm – jetzt gibt es nur noch EPS, und für die Kunden hat sich praktisch nichts verändert.
Klarna Sofortüberweisung ist bei einigen Anbietern weiterhin verfügbar, hat aber in den letzten Jahren an Sichtbarkeit verloren. Manche Buchmacher listen Klarna nicht mehr separat, sondern haben es in eine generische „Online-Banking“-Option integriert, hinter der sich je nach Land und Bank verschiedene Dienste verbergen können. Für den Spieler ist das verwirrend – er weiß erst nach dem Klick auf die Zahlungsoption, welcher Dienst tatsächlich dahinter steckt.
PayPal bleibt der universelle Fallback. Es ist keine Banking-Methode im engeren Sinne, aber es fängt die Kunden auf, die nach der Giropay-Abschaltung eine schnelle Alternative suchen und keine andere Banking-Methode ausprobieren möchten. Die Schwelle ist niedrig, die Verfügbarkeit hoch – genau das, was ein ehemaliger Giropay-Nutzer braucht. Was sich seit der Abschaltung verändert hat, ist nicht das Angebot an Zahlungsmethoden, sondern die Gewichtung. Die Wettanbieter schieben jetzt andere Methoden nach vorn, und wer aufmerksam hinschaut, sieht, dass die Reihenfolge im Kassenbereich nicht zufällig ist – die profitabelsten Methoden für den Anbieter stehen oben.
Gibt es noch einen Wettanbieter mit Giropay?
Nein. Seit der Abschaltung von Giropay am 31. Dezember 2024 bietet kein Wettanbieter den Dienst mehr an. Die technischen Schnittstellen wurden deaktiviert, und eine Wiederaufnahme ist ausgeschlossen, da die Paydirekt GmbH als Betreiber abgewickelt wird.
Welche Zahlungsmethode hat Giropay bei Buchmachern ersetzt?
Die meisten Wettanbieter setzen auf Trustly als direkten Ersatz im Segment Online-Banking-Einzahlung. In Österreich bleibt EPS die primäre Banking-Methode. Daneben sind PayPal und Klarna Sofortüberweisung bei vielen Anbietern als Alternativen verfügbar.