Raiffeisen und Wero in Österreich - was die EPI-Mitgliedschaft für Wetter bedeutet

Updated Juli 2026
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Bankgebäude in Österreich mit einem Handshake-Symbol als Zeichen der EPI-Mitgliedschaft

Am 26. November 2025 hat die Raiffeisen Bank International einen Schritt getan, der den österreichischen Zahlungsverkehr langfristig verändern könnte: Sie wurde offizielles Mitglied der European Payments Initiative und ermöglicht Händlern ab 2026 die Akzeptanz von Wero im E-Commerce. Für den Sportwetten-Markt hat das keine sofortige Auswirkung – aber für die mittelfristige Zukunft ist es ein Signal, das man nicht ignorieren sollte.

Was Raiffeisens EPI-Beitritt konkret bedeutet

Raiffeisen ist nicht irgendeine Bank in Österreich. Mit über 1,7 Millionen Kunden und einem flächendeckenden Filialnetz ist die Raiffeisen-Bankengruppe eine der größten Finanzinstitutionen des Landes. Wenn Raiffeisen einer europäischen Zahlungsinitiative beitritt, hat das Gewicht – sowohl symbolisch als auch praktisch.

Wero wird von 16 europäischen Finanzdienstleistern getragen, darunter Deutsche Bank, DZ Bank, BNP Paribas und Société Générale. Raiffeisen ist der erste österreichische Vollmitglied, und das Timing ist bewusst gewählt: Es fällt in die Phase, in der Wero von der reinen Peer-to-Peer-Überweisung auf E-Commerce-Zahlungen ausgeweitet wird. Raiffeisen-Kunden werden also zu den ersten Österreichern gehören, die per Wero in Online-Shops bezahlen können.

Für den Sportwetten-Bereich bedeutet der Beitritt zunächst nichts Konkretes. Wero ist bei keinem Wettanbieter als Zahlungsmethode verfügbar, und der Raiffeisen-Beitritt ändert daran nichts. Aber er legt das Fundament: Wenn Wero im österreichischen E-Commerce Fuß fasst und genug Kunden den Dienst nutzen, wird die Nachfrage nach einer Wero-Integration bei Wettanbietern wachsen. Und dann wird es relevant, dass eine der größten österreichischen Banken von Anfang an dabei war.

In meiner Beobachtung des Zahlungsmarktes habe ich gelernt, dass Bankenbeteiligungen oft der entscheidende Faktor für den Erfolg oder Misserfolg eines Zahlungssystems sind. EPS ist in Österreich so erfolgreich, weil praktisch alle österreichischen Banken dahinterstehen. Giropay ist in Deutschland gescheitert, obwohl die Sparkassen und Volksbanken dahinterstanden – aber eben nicht alle Banken, und nicht mit der nötigen Überzeugung. Ob Raiffeisens EPI-Beitritt der Beginn einer breiten österreichischen Bankenbeteiligung ist oder ein Einzelfall bleibt, wird die kommenden Jahre zeigen.

Wann Wero für österreichische Händler und Wetter kommt

Joachim Schmalzl, EPI-Aufsichtsratsvorsitzender, hat die Zeitperspektive klar benannt: „Das alles braucht seine Zeit. Aber wir sind überzeugt, dass es auf lange Sicht Alltag sein wird, in Deutschland und Europa mit Wero zu bezahlen.“ Für österreichische Sportwetter übersetze ich das so: Wero wird kommen, aber nicht morgen und nicht übermorgen.

Der realistische Zeitplan für Österreich sieht drei Phasen vor. Phase eins – laufend seit 2025: Peer-to-Peer-Zahlungen für Raiffeisen-Kunden. Du kannst Geld an Freunde senden, die ebenfalls Wero nutzen. Für Sportwetten irrelevant, aber der erste Schritt zur Gewöhnung. Phase zwei – voraussichtlich 2026 bis 2027: E-Commerce-Zahlungen bei regulären Online-Shops. Raiffeisen-Kunden können bei Händlern per Wero bezahlen, die den Dienst akzeptieren. Sportwetten fallen nicht in diese Kategorie, da Glücksspielanbieter strengere regulatorische Anforderungen erfüllen müssen. Phase drei – frühestens 2028: Integration bei lizenzierten Glücksspielanbietern. Erst wenn Wero die Compliance-Anforderungen für Glücksspiel erfüllt und genug Kunden den Dienst aktiv nutzen, wird die Integration bei Wettanbietern realistisch.

Was bis dahin zu tun ist: nichts Besonderes. EPS funktioniert für österreichische Sportwetter hervorragend, Trustly und PayPal ergänzen das Angebot. Der EPI-Beitritt von Raiffeisen verändert die unmittelbare Realität nicht – er eröffnet eine Perspektive für die Zukunft. Wenn du als Raiffeisen-Kunde irgendwann die Option siehst, per Wero bei deinem Wettanbieter einzuzahlen, wirst du dich an diesen Moment erinnern. Bis dahin nutze die Methoden, die jetzt funktionieren.

Kann ich als Raiffeisen-Kunde schon mit Wero zahlen?

Für Privatüberweisungen an andere Wero-Nutzer – ja, sofern deine Raiffeisen-Banking-App Wero unterstützt. Für E-Commerce-Zahlungen bei Online-Shops wird die Funktion im Laufe von 2026 ausgerollt. Für Sportwetten ist Wero aktuell bei keinem Anbieter als Zahlungsmethode verfügbar.

Welche österreichischen Banken unterstützen Wero als nächste?

Derzeit ist nur Raiffeisen Bank International offizielles EPI-Mitglied in Österreich. Andere große Banken wie Erste Bank, Bank Austria und BAWAG haben sich noch nicht öffentlich zum Beitritt bekannt. Es ist wahrscheinlich, dass weitere Banken folgen, sobald Wero im österreichischen Markt an Traktion gewinnt – aber konkrete Zeitpläne gibt es nicht.